Jahreshauptversammlung des CDU-Ortsverbands

Stadthalle: Neubau auf Wiese „ist blödsinnig“

RINTELN. Es wird schwieriger, junge Menschen für Parteien zu begeistern. „Wir müssen uns Gedanken über Fusionen der Ortsverbände machen“, so Ulrich Seidel bei der Jahreshauptversammlung des CDU-Ortsverbands. Fraktionsvorsitzender Veit Rauch plauderte außerdem aus dem Nähkästchen: Stadthalle, IGS und Straßenausbauten.

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Ulrich Seidel (Mitte) und Heiner Pape (l.) ehren die anwesenden Mitglieder Franz-Josef Stöckl (2. v. l.), Ute Gersema (2. v. r.) und Dieter Edler für ihre langjährige Mitgliedschaft in der CDU. Foto: Sebastian Blaumann Redakteur
 

RINTELN. Es wird schwieriger, junge Menschen für (Partei-) Politik zu begeistern – das spüren vor allem die Ortsverbände an der Basis. Die Mitgliederzahlen der Ortsverbände seien durch den demografischen Wandel rückläufig, so Ortsverbandsvorsitzender Ulrich Seidel bei der Jahresversammlung des CDU-Ortsverbandes Rinteln-Weser am Mittwochabend im Hotel „Stadt Kassel“.

„Das ist ein emotionales Thema, aber wir müssen uns Gedanken über Fusionen der Ortsverbände machen. Doch nur da, wo es auch Sinn macht. Natürlich wollen wir möglichst viele Ortsverbände erhalten“, kündigt Seidel an. Der Ortsverband Rinteln-Weser hat noch 90 Mitglieder, vor einem Jahr waren es noch 100.

Es sei halt schwierig, junge Leute für eine Partei zu gewinnen. „Wir müssen mit unserer Politik mehr junge Leute erreichen“, fordert Seidel auf.

Interessant waren die Grußworte von Veit Rauch an die Versammlung. Der Fraktionsvorsitzende plauderte aus dem Nähkästchen der Fraktionsarbeit. Die Linie der CDU zum Thema Brückentor ist klar. Er rechne mit einer höchst emotionalen Diskussion, aber der Standpunkt der Christdemokraten sei unmissverständlich. „Wir sind gegen einen Neubau auf der grünen Wiese“, erklärt Rauch. Das wäre völlig falsch. Die CDU würde einen Neubau an gleicher Stelle präferieren, sollte eine Sanierung des Objektes zu teuer sein. Die Infrastruktur stimme und man könne die übrig gebliebene Fläche an einen Investor verkaufen, so Rauch. „Ein Neubau an der Burgfeldsweide ist blödsinnig, da könnte man das Rathaus auch gleich nach Goldbeck verlegen“, kommentierte Franz-Josef Stöckl.

Auch zum Thema Neubau der IGS berichtete Rauch. Der Kreis drängt den Rintelner Rat demnach, möglichst noch in diesem Jahr den Bauleitplan auf den Weg zu bringen. „Es wird immer teurer. Ursprünglich waren Kosten von insgesamt 17,9 Millionen veranschlagt, jetzt sind wir schon bei 22 bis 24 Millionen angelangt. Und es wird noch teurer, wenn weiter gewartet wird“, verrät Rauch. Doch sei die Verkehrsführung noch nicht richtig klar, so Rauch.

Beim Punkt Straßenausbaubeitragssatzung hätte sich die Hartnäckigkeit der CDU bezahlt gemacht. „Im Rat wird nun eine gerechte Lösung beschlossen, die Grundsteuer um 19 Prozent erhöht“, verkündete Rauch. Es habe lange gedauert, aber nun herrsche Klarheit und die Lösung sei gerecht, findet Rauch.
Ansonsten blickte Seidel auf ein gutes Jahr der CDU zurück. Die Kassenprüfer Kay Steding und Ulrich Neuhaus bescheinigten Schatzmeister Philipp Arndt eine saubere Kasse. Der Vorstand wurde zudem einstimmig entlastet.

Auch die Wahl von neun Delegierten und Ersatzdelegierten für den Kreisparteitag stand auf dem Programm. Als Delegierte wählten die 28 anwesenden Mitglieder Philipp Arndt, Ute Gersema, Brigitte Güse-Neddermeyer, Gernot Gunter Hageböck, Kurt Neddermeyer, Ulrich Neuhaus, Heiner Pape, Franz-Josef Stöckl und Matthias Wehrung. Als Ersatzdelegierte stehen Gerd Baron, Ruth Droste, Dieter Edler, Stefan Frühmark, Gerda Jahnke, Stefanie Lecker, Veit Rauch, Ulrich Seidel und Eckhard Wessel bereit. Zudem wird Thomas Weißhaupt als einer der drei Stellvertreter des 1. Vorsitzenden beim Kreisparteitag am 26. Oktober kandidieren.

Für langjährige Mitgliedschaften erhielten Bernhard Milde (65 Jahre), Bernd Richter (45 Jahre), Franz-Josef Stöckl (45 Jahre), Christian Kunze (40 Jahre), Dieter Edler (35 Jahre), Ute Gersema (30 Jahre), Daniel Milbrandt (25 Jahre), Martin Zerth (20 Jahre) und Marco Vogt (15 Jahre) eine Urkunde. seb

Herausgeber: Schaumburger Zeitung Sebastian Blaumann Redakteur